Klassiker und Exoten der Klassik
Zum Kennenlernen und Wiederentdecken

Saison 2026/27
Short Ride in a Fast Machine
Ein „hochmotorisierter“ Klangkörper ist auf jeden Fall Voraussetzung für dieses Stück: Vierfachbesetzte Bläser, das volle Streicheraufgebot, Synthesizer und jede Menge Schlaginstrumente werden für John Adams’ Short Ride in a Fast Machine benötigt. Der vierminütige Höllentrip wird vom unerbittlichen Rhythmus des Woodblocks vorangetrieben, die Tempovorschrift „delirando“ (fieberhaft, im Wahn) gibt vom ersten Schlag an grünes Licht für die musikalische Irrsinnsfahrt. „Wissen Sie, wie es ist, wenn einen jemand einlädt, in einem tollen Sportwagen zu fahren, und man sich wünscht, man hätte abgelehnt?“, antwortete Adams später lakonisch auf die Frage nach seiner Inspirationsquelle… Musikalische Traumaverarbeitung vom Feinsten also. Für das Konzertrepertoire ist diese 1986 uraufgeführte „Fanfare für Orchester“ zweifelsohne eine Bereicherung – und für den Komponisten bis heute Quelle großer Anerkennung!
Wednesday, 20. January 2027 | 8pm | Tonhalle, Mendelssohn-SaalLondon Symphony OrchestraJohn Adams | Víkingur Ólafsson
€ 155,00 | 140,00 | 118,00 | 89,00 | 65,00 + feeAbo MK discover now
Sinfonie Nr. 5
Ta-ta-ta-taaaa!! Der Anfang von Beethovens „Fünfter“ ist wohl das bekannteste Motiv der gesamten klassischen Musik. „So pocht das Schicksal an die Pforte“, soll der Komponist seinem Biografen Anton Schindler anvertraut haben. Und folgerichtig stilisierte man die Sinfonie im 19. Jahrhundert zum persönlichen Bekenntnis des Wiener Meisters, der darin sein Ringen mit den Widrigkeiten des Lebens hochdramatisch in Töne gegossen habe.
Als wahrscheinlicher gilt heute allerdings, dass Beethoven das kurze Motiv aus der Hymne du Panthéon seines Kollegen Luigi Cherubini entliehen hat: Dort besingen die „Wächter des Friedens“ in einem zum Verwechseln ähnlichen Rhythmus ihre Entschlossenheit, notfalls bis zum Tod für die Republik zu kämpfen. Die Aussage würde durchaus zu Beethoven passen, der bekanntermaßen stark mit den Idealen der Französischen Revolution sympathisierte. Doch ob die Musik der c-Moll-Sinfonie nun einem außermusikalischen Gedanken folgt oder nicht: Fraglos behauptet sie bis heute ihren Platz als eines der ganz großen Werke der Musikgeschichte.
Saturday, 03. October 2026 | 7pm | Tonhalle, Mendelssohn-SaalGstaad Festival OrchestraJaap van Zweden | Daniel Hope
€ 128,00 | 112,00 | 98,00 | 76,00 | 54,00 + feeAbo MK discover now
Friday, 28. May 2027 | 8pm | Tonhalle, Mendelssohn-SaalBamberger SymphonikerJakub Hrůša
€ 99,00 | 89,00 | 78,00 | 63,00 | 46,00 + feeAbo FK discover now
Klavierkonzert Nr. 4
Beethoven der Dramatische? Der Wütende? Der Geniale? Es ist wohl vor allem eine Fähigkeit, die ihn zu einem der größten Komponisten macht: Die Kunst, immer wieder aufs Neue zu überraschen. Beethoven ist an Originalität kaum zu überbieten – sein viertes Klavierkonzert zum Beispiel verzaubert mit einem außergewöhnlichen Einstieg, den das Klavier ganz allein, ganz zart in den Raum stellen darf. Daraus entwickelt sich ein feinsinniger Dialog, in dem Orchester und Soloinstrument absolut auf Augenhöhe agieren. Eine virtuose Solistenshow sieht anders aus. Die Dramatik des zweiten Satzes ließ manche ein geheimes Programm vermuten: Diente hier der Orpheus-Mythos als Inspirationsquelle? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eines der schönsten und originellsten Klavierkonzerte, das ein so kreativer Geist wie Beethoven sich einfallen lassen konnte.
Sunday, 13. June 2027 | 11am | Tonhalle, Mendelssohn-SaalGewandhausorchesterAndris Nelsons | Lang Lang
€ 199,00 | 179,00 | 155,00 | 115,00 | 80,00 + fee
Peer Gynt
Morgenstimmung? Na klar, mit Querflöte! Zu Gast beim Bergkönig? Aber bitte nur in Begleitung von Fagott und gezupften Saiten! Edvard Grieg hat mit seinem Peer Gynt ikonische Melodien geschaffen, die in Filmen und Werbung, in Rock- und Popadaptionen ein Eigenleben entwickelt haben. Beinahe könnte man darüber vergessen, dass sie ursprünglich als Schauspielmusik zu Henrik Ibsens gleichnamigem „dramatischem Gedicht“ geschrieben wurden. Der norwegische Komponist trug selbst entscheidend zu dieser Entwicklung bei, indem er 1888 acht Instrumentalsätze aus seinem Peer Gynt zu zwei Orchestersuiten zusammenstellte und vom Gewandhausorchester uraufführen ließ. Sein Vertrauen, dass der auf norwegischen Märchen basierende Bühnenstoff mit einem egoistischen Antihelden und einer komplizierten Handlung voller Irrungen und Wirrungen einem internationalen Publikum gefallen könnte, war nicht allzu groß. Sein Glaube an die Kraft seiner Komposition zum Glück aber schon!
Saturday, 13. February 2027 | 8pm | Tonhalle, Mendelssohn-SaalBergen Filharmoniske OrkesterTabita Berglund | Alexander Malofeev | Ragnhild Hemsing
€ 85,00 | 75,00 | 65,00 | 50,00 | 35,00 + feeAbo MK discover now