Hintergründe

Klassiker und Exoten der Klassik

Zum Kennenlernen und Wiederentdecken

Klassiker und Exoten der Klassik

Saison 2026/27

John Adams

Short Ride in a Fast Machine

Ein „hochmotorisierter“ Klangkörper ist auf jeden Fall Voraussetzung für dieses Stück: Vierfachbesetzte Bläser, das volle Streicheraufgebot, Synthesizer und jede Menge Schlaginstrumente werden für John AdamsShort Ride in a Fast Machine benötigt. Der vierminütige Höllentrip wird vom unerbittlichen Rhythmus des Woodblocks vorangetrieben, die Tempovorschrift „delirando“ (fieberhaft, im Wahn) gibt vom ersten Schlag an grünes Licht für die musikalische Irrsinnsfahrt. „Wissen Sie, wie es ist, wenn einen jemand einlädt, in einem tollen Sportwagen zu fahren, und man sich wünscht, man hätte abgelehnt?“, antwortete Adams später lakonisch auf die Frage nach seiner Inspirationsquelle… Musikalische Traumaverarbeitung vom Feinsten also. Für das Konzertrepertoire ist diese 1986 uraufgeführte „Fanfare für Orchester“ zweifelsohne eine Bereicherung – und für den Komponisten bis heute Quelle großer Anerkennung!

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 5

Ta-ta-ta-taaaa!! Der Anfang von Beethovens „Fünfter“ ist wohl das bekannteste Motiv der gesamten klassischen Musik. „So pocht das Schicksal an die Pforte“, soll der Komponist seinem Biografen Anton Schindler anvertraut haben. Und folgerichtig stilisierte man die Sinfonie im 19. Jahrhundert zum persönlichen Bekenntnis des Wiener Meisters, der darin sein Ringen mit den Widrigkeiten des Lebens hochdramatisch in Töne gegossen habe. 

 

Als wahrscheinlicher gilt heute allerdings, dass Beethoven das kurze Motiv aus der Hymne du Panthéon seines Kollegen Luigi Cherubini entliehen hat: Dort besingen die „Wächter des Friedens“ in einem zum Verwechseln ähnlichen Rhythmus ihre Entschlossenheit, notfalls bis zum Tod für die Republik zu kämpfen. Die Aussage würde durchaus zu Beethoven passen, der bekanntermaßen stark mit den Idealen der Französischen Revolution sympathisierte. Doch ob die Musik der c-Moll-Sinfonie nun einem außermusikalischen Gedanken folgt oder nicht: Fraglos behauptet sie bis heute ihren Platz als eines der ganz großen Werke der Musikgeschichte.

Ludwig van Beethoven

Klavierkonzert Nr. 4

Beethoven der Dramatische? Der Wütende? Der Geniale? Es ist wohl vor allem eine Fähigkeit, die ihn zu einem der größten Komponisten macht: Die Kunst, immer wieder aufs Neue zu überraschen. Beethoven ist an Originalität kaum zu überbieten – sein viertes Klavierkonzert zum Beispiel verzaubert mit einem außergewöhnlichen Einstieg, den das Klavier ganz allein, ganz zart in den Raum stellen darf. Daraus entwickelt sich ein feinsinniger Dialog, in dem Orchester und Soloinstrument absolut auf Augenhöhe agieren. Eine virtuose Solistenshow sieht anders aus. Die Dramatik des zweiten Satzes ließ manche ein geheimes Programm vermuten: Diente hier der Orpheus-Mythos als Inspirationsquelle? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eines der schönsten und originellsten Klavierkonzerte, das ein so kreativer Geist wie Beethoven sich einfallen lassen konnte.

Edvard Grieg

Peer Gynt

Morgenstimmung? Na klar, mit Querflöte! Zu Gast beim Bergkönig? Aber bitte nur in Begleitung von Fagott und gezupften Saiten! Edvard Grieg hat mit seinem Peer Gynt ikonische Melodien geschaffen, die in Filmen und Werbung, in Rock- und Popadaptionen ein Eigenleben entwickelt haben. Beinahe könnte man darüber vergessen, dass sie ursprünglich als Schauspielmusik zu Henrik Ibsens gleichnamigem „dramatischem Gedicht“ geschrieben wurden. Der norwegische Komponist trug selbst entscheidend zu dieser Entwicklung bei, indem er 1888 acht Instrumentalsätze aus seinem Peer Gynt zu zwei Orchestersuiten zusammenstellte und vom Gewandhausorchester uraufführen ließ. Sein Vertrauen, dass der auf norwegischen Märchen basierende Bühnenstoff mit einem egoistischen Antihelden und einer komplizierten Handlung voller Irrungen und Wirrungen einem internationalen Publikum gefallen könnte, war nicht allzu groß. Sein Glaube an die Kraft seiner Komposition zum Glück aber schon!

Klassiker und Exoten der Klassik

Von A bis Z

John Adams

  • Short Ride in a Fast Machine

Grażyna Bacewicz

  • Konzert für Streichorchester

Johann Sebastian Bach

  • Weihnachtsoratorium

Samuel Barber

  • Violinkonzert

Béla Bartók

  • Konzert für Orchester

Ludwig van Beethoven

  • Klavierkonzert Nr. 4
  • Sinfonie Nr. 5

Hector Berlioz

  • Symphonie fantastique

Joseph Bologne, Chevalier de Saint Georges

  • Violinkonzert op. 5 Nr. 2

Johannes Brahms

  • Sinfonie Nr. 1

Aaron Copland

  • Appalachian Spring

Antonín Dvořák

  • Cellokonzert

George Gershwin

  • Rhapsody in Blue

Edvard Grieg

  • Peer Gynt

Johann Nepomuk Hummel

  • Trompetenkonzert

Gustav Mahler

  • Sinfonie Nr. 1
  • Sinfonie Nr. 5

Felix Mendelssohn

  • Violinkonzert

Wolfgang Amadeus Mozart

  • „Jupiter-Sinfonie“

Sergej Prokofjew

  • Sinfonie Nr. 5

Maurice Ravel

  • Daphnis et Chloé, Suite Nr. 2
  • Klavierkonzert für die linke Hand

Dmitri Schostakowitsch

  • Sinfonie Nr. 9

Franz Schubert

  • Sinfonie Nr. 2

Robert Schumann

  • Klavierkonzert

Jean Sibelius

  • Lemminkäinen-Suite

Bedřich Smetana

  • Má vlast

Richard Strauss

  • Eine Alpensinfonie

Igor Strawinsky

  • Le sacre du printemps
  • Der Feuervogel

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

  • Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“
  • Klavierkonzert Nr. 1

Giovanni Battista Viotti

  • Violinkonzert Nr. 22

Antonio Vivaldi

  • Die vier Jahreszeiten

Mieczysław Weinberg

  • Polnische Weisen
  • Aria op. 9