Acht Fragen an Alexej Gerassimez
„Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken“

Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken!
Wie würden dich gute Freunde beschreiben?
Ich habe einfach mal einen meiner guten Freunde gefragt, hier die Antwort: „,Auf jeden Fall großartig, aber auch gewissenhaft, angetrieben, loyal, neugierig, tiefgründig, lieb.“
Was liebst du besonders an der Percussion?
Die Klangfarbenwelt der unzähligen Instrumente und die Einsatzmöglichkeiten – die sind quasi grenzenlos. Außerdem kann ich mich mit dem Schlagzeug durch fast alle Genres bewegen. Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken, das liebe ich.
Spielst du auch Instrumente, die nicht in die Sphäre des Schlagwerks gehören?
Klavier. Und ich singe, aber nur privat!
Wer wäre dein:e Wunschkomponist:in für ein dir gewidmetes Werk?
lgor Strawinsky oder Dmitri Schostakowitsch! Unter den noch Lebenden: John Williams oder John Adams!
Wann hast du James MacMillans Veni, Veni, Emmanuel zum ersten Mal gespielt?
Zum ersten Mal 2013 oder 2014, dann noch mal 2016. Seitdem nicht mehr. Ich freue mich darauf, das Werk wieder neu zu entdecken.
Was ist dabei für dich die größte Herausforderung?
Die künstlerische Idee des Komponisten, die hinter diesem Werk steht, einzufangen und in die Musik einfließen zu lassen – das Ergründen der theologischen Bedeutung hinter der Advents- und Osterbotschaft.
Was ist das Verrückteste, das dir je auf der Bühne passiert ist?
Es gibt etwas, das mir tatsächlich während einer Aufführung von Veni, Veni, Emmanuel vor über zehn Jahren passiert ist: Es war das letzte Konzert einer Tour und wir hatten sehr wenig Zeit zum Aufbauen. Ich habe nicht alle Instrumente gecheckt, wie ich es sonst tue. Das Konzert geht los, ich fühle mich wohl und es macht Spaß. Dann schaue ich nach hinten: Hinter dem Orchester neben dem Pauker thronen die Röhrenglocken, auf denen ich virtuos das große Finale des Schlagzeugkonzerts einleiten soll – und zu meinem Entsetzen sehe ich, dass die großen schweren Röhrenglocken-Hämmer nicht auf der Ablage davor liegen. Das ist nicht gut: Du bekommst die Röhrenglocken nur mit diesen besonderen Hämmern in Schwingung, ein normaler Schlägel funktioniert nicht. Während ich weiterspiele, gehe ich fieberhaft meine Optionen durch. Es gab nur eine Chance: die einzige längere Pause von 18 Takten für mich, die gleich kommen würde. Die Pause kam und ich rannte los, von der Bühne in den Backstagebereich zu einer Kiste, wo die Schlägel sein sollten. Sie lagen auf der Kiste. Nichts wie zurück und ich schaffte es gerade so rechtzeitig zu meinem Einsatz. Dass der Solist während des Stücks nach draußen rennt, kommt nicht alle Tage vor und war mehr Aufregung für mich, als mir lieb war.
Apropos Aufregung: Was gibt dir Kraft in anstrengenden Zeiten?
Meine Familie, meine Freunde und die Musik. Bewegung in der Natur. Das Meer.
Alexej Gerassimez bei Heinersdorff Konzerte
Samstag, 10. April 2027 | 20:00 Uhr | Tonhalle, Mendelssohn-SaalDresdner PhilharmonieSir Donald Runnicles | Alexej Gerassimez
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